Chronik

Bericht aus der Festzeitschrift 1995

Kurz nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1948, nahm die Turnabteilung ihren durch die Wirren des 2. Weltkrieges lahmgelegten Turnbetrieb wieder auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte unter der Leitung von Willi Abel, Hubert Wurm und Hermann Bette wieder an Turnfesten teilgenommen werden.

Das größte Anliegen der Turnabteilung ist seit jeher die Förderung des Breitensports gewesen. Dieses hat sich bis heute nicht geändert. Insbesondere im Kinder- und Jugendbereich ist die Abteilung tätig. So wurde das erste Kinderturnfest im Jahre 1951 besucht. Seither gehören die Turnfeste des Bezirkes und des Lenne-Volme-Turngaues zum festen Bestandteil im Programm der Abteilung und werden regelmäßig mit einer großen Anzahl von Kindern besucht.

Hinzu kommen die größeren Veranstaltungen, wie etwa die Diözesanmeisterschaften, das DJK Bundessporttest und das Deutsche Turnfest, an denen die Turnabteilung immer wieder teilnimmt. Somit blieben auch beachtliche Erfolge nicht aus. Alle hier aufzuführen würde einige Seiten in Anspruch nehmen.

Stellvertretend hierfür sollen die nachgenannten Erfolge stehen:
1957 erreichen die Mädchen der C-Klasse den ersten Platz bei den Jugendbestenkämpfen
des Lenne-Volme-Turngaues in Plettenberg.
Gleichfalls als Sieger konnten sich die Mädchen 1961 und 1963 in der B-Klasse verabschieden und 1964 gelang es uns mit Liesel Schlotmann, Ingeborg Hoffmann, Maria Rühs und Ursula Bette nicht nur im Bezirk, sondern auch im Gau den ersten Platz zu erringen.

Bei dem ersten Diözesansportfest vom 22. bis 23. August 1959 in Essen starteten 55 Aktive, wobei einige gute dritte Plätze erreicht wurden. Die damals gemeldete Prellballmannschaft wurde sogar Sieger des Turnieres.

Den 3. Platz konnten sich bei den Kindermannschaftswettkämpfen in Plettenberg Regina Klaes, Susanne Schulz, Birgit Kunze und Gabi Kauth sichern.

Zu den Diözesanmeisterschaften 1979 in Essen wurden zwei Mannschaften mit je 4 Turnerinnen gemeldet. Wir konnten den absoluten Erfolg erzielen, indem die Plätze 1 – 8 allein durch unsere Mädchen belegt wurden. Damit natürlich auch die Mannschaftswertung mit Platz eins und zwei für die Abteilung.

Im selben Jahr nahm die Leistungsstufe der Mädchen am DJK Bundessporfest in Mönchengladbach teil. Im Geräte-4-Kampf erreichte unsere Mannschaft mit Karina Wionsek, Andrea Ehls und Isabell Pozo unter der Leitung von Kuni Rakow einen beachtlichen 3. Rang.

Bei den Einzelwettkämpfen der verschiedensten Turnfeste wurden über die Jahre hinweg ebenfalls gute Leistungen erbracht, welche – wie bereits erwähnt – eine umfangreichere Aufzählung mit sich bringen würden.
Bei den großen Sporttesten zählte für die Teilnehmer unserer Abteilung die Devise „Mitmachen ist alles“. Daß hierbei trotzdem einige gute Plazierungen erreicht wurden, ist umso erfreulicher für uns gewesen.

So wurden die DJK Bundessportfeste 1957 in Paderborn, 1961 in Nürnberg, 1965 in Düsseldorf, 1977 in Mainz, 1979 in Mönchengladbach sowie 1993 in Bamberg besucht.

Das Deutsche Turnfest – eines der größten Sportfeste überhaupt – wurde seit 1958 ebenfalls durch Aktive unserer Abteilung in den vergangenen Jahren besucht. Die Teilnahme in den verschiedensten deutschen Städten wie z.B. 1958 in München, 1963 in Essen, 1968 u. 1988 in Berlin sowie zuletzt 1994 in Hamburg war für jeden Teilnehmer ein unvergeßliches Erlebnis.

Doch steht vor jedem Erfolg auch die Arbeit, und so wurde im Laufe der Jahre das Angebot an sportlichen Aktivitäten innerhalb der Abteilung ständig erweitert. 1964 wurde die Kleinkinderabteilung gegründet, um bereits den Kleinsten die Möglichkeit zum Bewegungsspiel zu bieten. Diese Gruppe wurde zunächst nur in der Jahnturnhalle in der Stadtmitte betreut. Später wurde auch für diese Altersstufen der Sportbetrieb in den Sporthallen Ütterlingsen und auf der Königsburg aufgenommen. Insbesondere wäre hier Edith Baust zu nennen, die sich seit 1972, zunächst unterstützt durch Reinhild Janke und Petra Rickert, mit den Kleinkindern befaßte. Ihr ist es zu verdanken, daß gerade hier ein ständiger Zulauf in den Hallen stattfand. Darüber hinaus rief Edith Baust 1975 die Mutter- und Kindgruppe ins Leben, welche jetzt ihr 20-jähriges Bestehen feiert und aus dem Abteilungsbetrieb nicht mehr wegzudenken ist.

Die Problematik, ausreichend Helfer für die Betreuung der Gruppen zu finden, verfolgte die Abteilung schon in frühen Jahren. Ständig war man bemüht, genügend Übungsleiter für den Turnbetrieb und engagierte Personen für den organisatorischen Bereich zu finden. So kam es, daß 1973 seit langem keine Jungen mehr an Wettkämpfen teilnahmen.

Wolfgang Krähling, der zu diesem Zeitpunkt hierfür allein nur zur Verfügung stand, wurde durch den Wegzug der Abteilungsleiterin, Margit Bette, in eine Doppelverantwortung genommen. Er mußte kommissarisch die Leitung der Abteilung übernehmen. Zum Glück konnte die Situation bei den Mädchen durch die neuen Übungsleiter Bärbel Janke und Monika Rakow in diesem Jahr entschärft werden. Da Wolfgang Krähling aus beruflichen Gründen das Amt des Abteilungsleiters nicht weiterführen konnte, wurde 1974 Hans Revello in dieses Amt gewählt. Leider endete diese Amtsperiode schon nach einem Jahr und Wolfgang Krähling sprang abermals ein, um die Geschicke der Abteilung zu lenken.

Das Amt des Abteilungsleiters behielt er schließlich bis 1980 inne und übergab, diesmal endgültig, eine geordnete Abteilung an seinen Nachfolger, Martin Schneider. Nach drei Jahren Amtsperiode konnte aber leider auch er aus beruflichen Gründen dieses Amt nicht weiterführen und somit ist seit 1983 bis heute Michael Henkenberens Leiter der Abteilung.

Dem Engagement von Wolfgang Krähling haben die Abteilung und der Verein vieles zu verdanken und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der Abteilung ist er stets ein kompetenter Ansprechpartner in allen Angelegenheiten des Vereines geblieben.
1974 war das Jahr, in dem eine neue Frauenriege ins Leben gerufen wurde. Unter der Leitung von Annelene Sommer nahmen viele Frauen dieses Angebot der Abteilung an. Zunächst traf man sich nur an einem Abend in der alten Jahnturnhalle. Später, als die Dreifachturnhalle am Köstersberg fertiggestellt wurde, konnte eine notwendig gewordene Auslagerung eines Teiles der Gruppe vorgenommen werden.

Für die Dauer von 12 Jahren führte Annelene Sommer diese Frauengruppen. Gleichzeitig war sie in dieser Zeit auch noch Schriftführerin der Abteilung. Leider mußte sie uns – beruflich bedingt – 1986 verlassen. Sie übergab die Verantwortung der Frauenturnwartin in die Hände von Irmgard Späinghaus, die bis 1988 als Übungsleiterin die gute Arbeit fortführte. An ihre Stelle trat Thea Lohmann, die mit demselben Elan bis heute in der Turnabteilung tätig ist.

Gerade diese Gruppen sind ein gutes Beispiel dafür, daß Sport mehr ist als nur Üben. Viele Aktivitäten außerhalb der Übungsstunden werden von der Gruppe selbst organisiert und durchgeführt. So gehören Wanderungen, kleinere Feiern oder Fahrten immer wieder zum Programm der Frauengruppen.

Mitte der 70er Jahre erfuhr die Turnabteilung durch das ständig ausgeweitete Angebot einen hohen Mitgliederzugang. Allein 1975 stieg die Anzahl um 95 Mitglieder, welches auf den hohen Zulauf im Bereich des Mutter- und Kindtumens sowie bei den Frauen zurückzuführen war. So betrug zu Beginn des Jahres 1976 die Mitgliederzahl der Abteilung insgesamt 486 Mitglieder und war bis dahin die größte Abteilung innerhalb des Gesamtvereines.

Aufgrund dieses Zuspruches konnte die Abteilung froh sein, seit 1974 mit Reinhild Janke und seit 1975 mit Ruth Daams über weitere ausgebildete Übungsleiterkräfte zu verfügen. Ihnen folgten 1977 Kuni Rakow und Carola Pfaff. Für das Jungenturnen konnte, ebenfalls 1977, Bodo Luckas als Ergänzung zu Wolfgang Krähling gefunden werden und damit den Engpaß in diesem Bereich beheben. Seit 1979 unterstützte ihn Michael Henkenberens in seinem Amt.
Als Bodo Luckas wenig später wegzog, waren 1980 Martin Schneider und 1981 Rudi Keggenhoff jun. hinzugekommen, und eine kontinuierliche Arbeit konnte somit bei den Jungen fortgeführt werden.
In den folgenden Jahren kamen weitere, zum Teil noch heute aktive Übungsleiterinnen und Übungsleiter, hinzu: Silvia Patent, Regina Klaes, lIona Janke, Martina Rakow, Meike Breitung, Angela Keggenhoff sowie Michael Scharwächter.

Ohne das Engagement dieser Übungsleiter wäre ein Turnbetrieb sicher nicht möglich gewesen. Gerade den Übungsleitern und den vielen, nicht genannten Helfern, ist es zu verdanken, daß ein kindgerechter Sport in der Turnabteilung über die Jahre hinweg durchgeführt werden konnte und auch zukünftig durchgeführt werden kann. Neben den sportlichen Seiten fanden in den Jahren natürlich auch außersportliche Veranstaltungen statt.

Herausragendes Beispiel dafür war eine Wanderung im Jahre 1975 von Werdohl nach Affeln. 180 Kinder nahmen mit ihren Eltern daran teil. Im Anschluß an die Wanderung wurden am Ziel noch einige schöne gemeinsame Stunden verbracht. Das veranstaltete Herbstfest im selben Jahr in der Jahnturnhalle mit 150 Kindern und rd. 250 Zuschauern war ebenfalls ein großer Erfolg.

Weitere Veranstaltungen der Abteilung in den darauffolgenden Jahren waren z.B. das Wochenende in Westfeld im Hochsauerland 1976, die gemeinsam mit der Schwimmabteilung und Sterngolfabteilung auf der Sterngolfanlage durchgeführten „Picknicks“ 1977 und 1979 sowie das erstmalig 1991 durchgeführte Spielfest für die gesamte Werdohler Bevölkerung.

Ergänzt wurden diese Aktivitäten durch die einzelnen Jahresabschlußvorführungen, in denen die Kinder ihren Eltern das Gelernte präsentieren konnten.
Hieraus resultierte die 1978 erstmalig ausgetragene Vereinsmeisterschaft der Turnabteilung mit rd. 160 Kindern in der Dreifachturnhalle Köstersberg.

Im Bereich des Erwachsenensports kamen über die Jahre noch einige Angebote der Abteilung hinzu. 1984 wurde so z.B. die Tanzgruppe unter der Leitung von lIona Janke gegründet. Leider fehlte es an ausreichendem Nachwuchs, so daß diese Gruppe ihre Aktivitäten aufgeben mußte.

Erstmalig wurde 1988 Ski- und Konditionsgymnastik in der Abteilung praktiziert. Seither werden unter der Leitung von Michael Henkenberens regelmäßig diese Kurse angeboten und seit 1993 werden auch Skifreizeiten, wie z.B. nach Saalbach-Hinterglemm in Österreich, durchgeführt.

Mit Ihrer Entwicklung kann die Turnabteilung zufrieden sein. Auch ein ständig steigendes Angebot an anderen freizeitgestaltenden Maßnahmen haben den Zuspruch zu der Abteilung nicht gemindert.

Die Abteilung hat im Jubiläumsjahr 651 Mitglieder und stellt somit weiterhin die größte Abteilung des Vereines. 14 Gruppen werden derzeit in den Hallen Stadtmitte, Ütterlingsen und Köstersberg durch 10 Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie einer Reihe von Helfern betreut.

Allerdings ist ein deutlicher Wandel vom reinen Turnen zum Vielfachangebot an sportlichen Aktivitäten zu erkennen. Die Anforderungen an die Abteilung sind vielfältiger geworden, aber wir sind zuversichtlich, den neuen Ansprüchen auch zukünftig gerecht zu werden.

Im Jubiläumsjahr 1995 setzt sich der Vorstand der Abteilung wie folgt zusammen:

Abteilungsleiter – Michael Henkenberens

Abteilungsleiter st. – Edith Baust

Schriftführer – Birgit Sandt

st. Schriftführer – Katrin Armbrecht

st. Schriftführer – Katrin Heseler

Kassenwart – Illona Janke

st. Kassenwart – Angela Keggenhoff

Frauenturnwartin – Thea Lohmann

st. Frauenturnwartin – Beate Alexander

Oberturnwartin – Monika Schütt

Schülerturnwart – Michael Scharwächter

Turnwartin Mutter u. Kind – Edith Baust

Zu unserem Jubiläum wünscht sich die Abteilung weiterhin zeigen zu können, daß Turnen mehr ist als nur das Üben mit und an den Geräten. Weiterhin werden wir uns in den Dienst des Breitensportes stellen, damit jedermann in unserer Abteilung Freude und Spaß erleben kann.
Diesen vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden, ist unser vorderstes Ziel.

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