Chronik

KURZE CHRONIK
DER DJK TUS WESTFALIA WERDOHL

Für den außenstehenden Betrachter mag dies ein kurzer Zeitraum sein, für die Verantwortlichen im Verein und seine Mitglieder jedoch ist es eine stolze Zeit. Es erforderte viel Mut, im Jahre 1920 die DJK zu gründen und viel Tatkraft und Ausdauer waren nötig, den Verein gegen manchen Widerstandund trotz mancher Enttäuschungen zu Erfolgen zu führen.

Über 80 Jahre, bedeutet über 80 Jahre Dienst an der Jugend und einen Beitrag zur Bereicherung des Sport- und Vereinslebens in Werdohl. Unser Dank gilt jenen Männern, die ans Werk gingen und den Verein aus der Taufe hoben.

Es waren: Willi Westick, Alfred Wurm, Josef Belecke, Karl Hufnagel, Josef Wurm, Ernst Reith, Franz Levermann.

Dank aber auch allen Frauen, Männern und Jugendlichen, die die DJK auf ihrem Weg begleiteten, sie förderten und unterstützten, die finanzielle Opfer für sie brachten und treu bis zum heutigen Tag dabei sind. Der Verein zählt z.Z. ca. 1300 Mitglieder.

Im Jahre 1920 gründeten die sieben jungen Männer den „DJK – Verein Werdohl“, der 1924 auf der Generalversammlung der DJK auf den Namen „DJK TuS Westfalia Werdohl“ umbenannt wurde. 1. Vorsitzender war von 1921 bis 1954 Alfred Wurm, er wurde von Hermann Bette abgelöst, der 1988 – ebenfalls nach 34 Jahren Vorsitz – das Amt an Theo Sprafke weitergab. Dieser verstarb 2002. Sein Amt führt nun Josef Schütt, der somit der vierte 1. Vorsitzende der DJK TuS Westfalia ist.

ÜBER 80 JAHRE BESTEHT DIE
DJK TUS WESTFALIA!

Die Turnriegen waren der Grundstock des Vereins, ihnen folgten schon bald Leichtathletik, Handball- und Fußballabteilungen. Der Turnbetrieb durfte seit 1923, als Pfarrer Dohle nach Werdohl kam, im kleinen Pfarrsaal durchgeführt werden. Der Wettkampf erfolgte vornehmlich in DJK – Klassen. 1934 waren 133 Mitglieder im Verein eingetragen.

Einer der eifrigsten und besten Turner seit der Gründung war Otto Kaiser. Er wanderte 1928 nach Amerika aus. Seinen Verein hatte er aber nicht vergessen, denn er schickte schon bald einige Dollar, die das Anfangskapital für die Vereinsfahne waren. Weitere Spender sorgten dafür, dass am 10.05.1930 zum 10 – jährigen Bestehen die neue Fahne geweiht werden konnte. Hervorzuheben wäre noch die 1928 gegründete Akrobatengruppe mit den Turnern Willi Schulte, Willi Abel, Ernst Reith und Rudi Abel. Diese Gruppe wurde von vielen Nachbarvereinen zu Feierlichkeiten eingeladen und erfreuten jedes Mal mit ihren Darbietungen. Alles in allem herrschte ein reges und erfolgreiches Vereinsleben.

Aber die schwarzen Wolken am Horizont waren schon sichtbar. Das Naziregime hatte der DJK TuS Westfalia am 07.04.1934 jede öffentliche sportliche Tätigkeit untersagt. Trotz des Verbotes wurde im Pfarrsaal weiter geturnt. Durch den damaligen Polizeichef Köchling von Werdohl erfuhr man von einer bevorstehenden Hausdurchsuchung. Dieser kam man zuvor und folgender Beschluß wurde gefaßt:

Der Turnbetrieb wird eingestellt.
Der Barbestand wird an die Kirchenkasse abgeführt
Die Vereinsfahne wird mit einem Schutztuch versehen und im Schrank des Gesellenvereins untergebracht.
Die Turngeräte wurden in Sicherheit gebracht.
Damit war das Vereinsleben tot.

Alfred Wurm
Vorsitzender 1921 – 1954
Hermann Bette
Vorsitzender 1954 – 1988
Theo Sprafke
Vorsitzender 1988 – 2002
Josef Schütt
Vorsitzender 2003 – heute

NEUES BEGINNEN!

1947 begann ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte. Eine Neugründung des Verbotenen Vereins wurde ins Auge gefasst. Durch Initiative des Lehrers Theo Zyprian und des Pfarrers der Gemeinde, Dechant Diekamp, gab am 27.10.1947 die englische Militärregierung die Genehmigung zur Wiederaufnahme des Sportbetriebes. 70 Personen (ohne Schüler) erklärten ihren Beitritt zum wiedergegründeten DJK TuS Westfalia Werdohl. Ein neuer Anfang war gemacht.

Zunächst wurde der Turn- und Sportbetrieb wieder so aufgezogen, wie man ihn vor dem zweiten Weltkrieg abwickelte. Der Zulauf der Jugend und die Vielfalt der Sportarten machten eine andere Organisation nötig und so gründete man Abteilungen mit eigenem Vorstand, die in der Übungsarbeit effektiver waren und den Hauptvorstand von der rein sportlichen Arbeit entlasteten.

So kam es 1948 zur Gründung der Turn- und Handballabteilung. Der erste Abteilungsleiter der Turner war Willi Abel, der der Handballer Fritz Tebrün. Das größte Anliegen der Turnabteilung war es, gute Breiten- und Jugendarbeit zu leisten. Das Interesse am Feldhandball ließ mit den Jahren nach und die Abteilung wurde etwa 1955 aufgelöst.

1948 kam es auch zur Gründung der Tischtennisabteilung. Ihr erster Leiter war Otto Winzer.

1955 wurde durch Rudi Greitemann die Fußballabteilung gegründet. Zunächst wurde in der 2. dann in der 1. Kreisklasse gespielt, um schließlich zur Bezirksliga aufzusteigen. Viele Jahre haben neben Hans Richter, Herbert Nöckel auch die Ehrenmitglieder des Gesamtvereins Karl Hufnagel und Franz Schlotman die Geschicke der Fußballabteilung begleitet. 1980 kam es dann zur Fusion der Fußballabteilungen von TuS Westfalia Werdohl und TuS Jahn Werdohl. Diese zusammengeschlossenen Abteilungen erhielten den Namen „Werdohler Fußball – Spielvereinigung“ „FSV“ . Alle Spieler blieben Mitglieder ihres Stammvereins. Eine Vereinbarung, die sonst in der Bundesrepublik nicht anzutreffen ist.

Nach der Fusion der beiden Fußballabteilungen waren es Hermann Bette und Rudi Greitemann, die die ehemals aktiven und passiven Mitglieder der früheren Fußballabteilung Westfalias wieder ins Vereinsleben integrierten. In der Abteilung „Ehemalige“ spielen sie heute als AH – Freizeitfußballer. Sport und Geselligkeit stehen bei ihnen im ausgewogenen Verhältnis.

Vom 08. bis 16.10.1960 wurde das 40- jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Höhepunkt des Jubiläums war der 16. Oktober mit Meßopfer für die Toten des Vereins mit Bannerweihe.

Die Mitgliederzahl stieg auf insgesamt 506. Während sich wieder viele Kräfte regten, traf den Verein ein schwerer Verlust. Mitbegründer und Träger der goldenen Ehrennadel, der DJK – Sportfreund Wilhelm Dauzenroth , wurde plötzlich aus dem Leben abgerufen. Seine Treue und sein stetes Bemühen für die Belange unserer Jugend sind unvergessen. Er hat es verdient, in dieser Vereinsgeschichte genannt zu werden, denn seine Verdienste in 45-jähriger Mitgliedschaft sind unbestritten.

Am 01.10.1964 wurde eine Reitabteilung gegründet und Otto Jünnemann zum Abteilungsleiter gewählt. Der Reitbetrieb fand zunächst in Woklum und ab 1966 in Selscheid statt. Hier wurde eine vom Bauern Baberg gemietete Scheune zu einer Reithalle umgestaltet. Daneben befand sich die Reitbahn und Stallungen für die Pferde. Ein Vereinsraum stand ebenfalls zur Verfügung. Leider wurden durch Brandstiftung in der Nacht vom 29.05 zum 30.05.1970 die Stallungen und Reithalle zerstört. Ein Wiederaufbau war aus finanziellen Gründen nicht möglich. 1970 wurde die Reitabteilung, die noch über 125 Mitglieder verfügte, aufgelöst.

Das Jahr 1968 zählt mit der Ausrichtung der Großveranstaltung, einem Freundschaftsspiel zwischen dem Bundesligisten FC Schalke 04 und der Bundeswehr Nationalmannschaft, zu einem Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Dieses, im Stadion Riesei ausgetragene Spiel, zog weit über 10.000 Zuschauer an und hält bis heute den Besucherrekord im Stadion Riesei.

Ferner baute Westfalia 1968 in Ütterlingsen unter Leitung eines Fachmannes, doch zum großen Teil in Eigenleistung mit etwa 4000 Stunden, ein Vereinsheim für die DJK und eine Sterngolfanlage mit dem Ziel, für die Bevölkerung eine Freizeitsportanlage zu schaffen und vor allem eine Sterngolfabteilung zu gründen. Der Initiator war Josef Rickert, seinerzeit 2. Vorsitzender des Vereins und dann auch 1. Vorsitzender der Sterngolfabteilung. Rickert starb leider am 29.05. 1973 im Alter von 59 Jahren.

In der Nacht vom 07. zum 08.09.1998 brannte das DJK Vereinsheim auf der Sterngolfanlage ab. 1999 wurde es dann in Festbauweise in Eigenleistung wieder neu errichtet.

Vom 25.04. bis 03.05.1970 fand anlässlich des 50- jährigen Bestehens des Vereins eine Jubiläums – Sportwoche statt. Herausragendes Ereignis war die Ausrichtung eines Freundschaftsspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und einer Bundeswehr Auswahlmannschaft.

1971 kam es auch zur Gründung einer Schwimmabteilung. Der erste Abteilungsleiter war Franz Schlotmann. Im April 1976 wurde auf der Jahreshauptversammlung des Hauptvereins eine Freizeitabteilung gegründet, die besonders von älteren Mitgliedern angenommen wird. Wandern, Sport, Musik, Kegeln und verschiedene Freizeitveranstaltungen stehen hier auf dem Programm.

Seit 1981 ist die Ausrichtung eines Volkswandertages ständiger Bestandteil der jährlichen Veranstaltung.

Am 03.06.1983 wurde auf der vereinseigenen Sterngolfanlage ein Gedenkstein für die Gefallenen und Verstorbenen des Vereins aufgestellt. Die Weihe erfolgte am 14.09.1983 durch den Geistlichen Beirat, Herrn Kaplan Knichel.

Bei der Jahreshauptversammlung 1988 stellte sich Hermann Bette nach 34-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender nicht wieder zur Wahl. Neuer 1. Vorsitzender wurde Theo Sprafke.

1991 gründete sich im Verein wieder eine neue Abteilung, die Basketballabteilung. Inzwischen hat sie sich gut stabilisiert und ist im Verein eine echte Größe geworden.

Vom 10.06. bis 25.06.1995 fanden mehrere sportliche Aktivitäten zum 75.-jährigen Vereinsjubiläum statt. Am Samstag, dem 14. Oktober 1995, zelebrierte der Bundesbeirat Prälat Manfred Paas die Jubiläumsmesse, anschließend fand dann im Festsaal Riesei ein großer Jubiläumsabend statt. Es war ein Abend mit Tanz, Musik und Einlagen der Abteilungen. Zum Tanz spielten „Die Nutrockers“ auf. Die Festansprache hielt DJK Präses und Olympiapfarrer Prälat Manfred Paas.

Am 24.11.2000 feierten wir im kleinen Rahmen das 80- jährige Jubiläum des Vereins im großen Pfarrsaal von St. Michael. Festredner war DJK – Diözesenehrenvorsitzender Wilhelm Hesterkamp aus Essen. Vorher hatte Diözesenbeirat Pater Dominik Kitta aus Duisburg die Hl. Messe für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der DJK TuS Westfalia Werdohl zelebriert.

Inzwischen werden für über 1300 Mitglieder folgende acht (8) Abteilungen angeboten: Turnen, Schwimmen, Fußball, Tischtennis, Sterngolf, Ehemalige, Freizeit und Basketball.

Ca. 100 ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, Übungsleiter und Helfer sind fürden Verein tätig.

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am 20. Juni 2002 der 1. Vorsitzende Theo Sprafke. Bei der Jahreshauptversammlung am 11.10.2002 wurde Josef Schütt zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

Bei der Abfassung dieses Berichtes dienten als Quelle:

Protokolle, die seit 1925 fast vollständig vorhanden sind.
Festschriften vom 40., 50. und 75. Vereinsjubiläum.
Aufzeichnungen vom 1. Vorsitzenden Alfred Wurm, die er dem Verein drei Tage vor seinem Tod übergeben ließ.

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